Vertrieb auf Zeit

Interim-Vertriebsleiter in der Schweiz

Ein Interim-Mandat ist keine verkürzte Festanstellung. Es ist ein befristeter Auftrag, ausgelöst durch ein konkretes Ereignis: einen Abgang, eine Reorganisation, eine Übernahme oder eine Phase, in der die Funktion unbesetzt bleibt. Der Erfolg zeigt sich am Ende genauso wie am Anfang.

Auslösende Situationen für ein Mandat auf Zeit

Vier Konstellationen treten regelmässig auf. Der unerwartete Abgang einer Verkaufsleitung lässt eine Mannschaft ohne Führung und Dossiers in der Luft. Eine laufende Rekrutierung dauert länger als geplant, und das Unternehmen will die Funktion nicht monatelang leer lassen. Eine Reorganisation verändert Zuständigkeiten und verlangt eine neutrale Hand für die Umsetzung. Schliesslich erfordern Übernahme, Verkauf oder ein neuer Aktionär, die Vertriebsfunktion zu stabilisieren, während andere Entscheide reifen. In allen Fällen geht es zuerst um Kontinuität und nicht um eine sofortige strategische Neuausrichtung.

Die ersten Wochen: stabilisieren, bevor verändert wird

Wer ein Interim mit einer Umbauankündigung beginnt, verliert das Vertrauen der Mannschaft innerhalb weniger Tage. Zuerst zählt das reale Bild: Stand der laufenden Geschäfte, Kunden mit Abwanderungsrisiko, Zusagen des Vorgängers und eine klare Aussage darüber, was unverändert bleibt. Danach folgt die Inventur: offene Offerten, gegebene Versprechen, blockierte Dossiers, sensible Themen. Diese kurze Phase verhindert Entscheide auf halbem Wissen, die in der Regel teurer sind als einige zusätzliche Tage sorgfältiger Beobachtung und Gespräche im Team.

Die Funktion während einer Vakanz tragen

Bei unbesetzter Stelle trägt das Interim die laufende Last: Offertfreigaben, Preisentscheide im definierten Rahmen, tägliche Führung, Beziehung zu wichtigen Kunden und Reporting an die Geschäftsleitung. Ziel ist, dass nichts Strukturierendes stehen bleibt, ohne das Unternehmen auf Richtungen festzulegen, die der künftigen Stelleninhaberin oder dem künftigen Inhaber gehören. Diese Zurückhaltung ist bewusst gewählt. Wer die Organisation nach eigenem Muster umbaut, hinterlässt der nachfolgenden Person Entscheide, die sie weder getroffen noch verstanden hat.

Eine Rekrutierung begleiten statt ersetzen

Ein Übergangsmandat kann die definitive Besetzung vorbereiten. Nach einigen Wochen in der Funktion lässt sich die Stelle realistisch beschreiben: tatsächliche Belastung, wirklich nötige Kompetenzen, Schwierigkeiten im Portfolio, Erwartungen der Mannschaft. Diese Beschreibung ist belastbarer als ein aus der Erinnerung verfasstes Profil. Die Interim-Person kann an Gesprächen teilnehmen und operative Einschätzungen beitragen, danach die Übergabe sicherstellen. Über die Auswahl entscheidet die Geschäftsleitung; das Risiko eines auf Papier überzeugenden, im Feld unpassenden Profils sinkt jedoch merkbar.

Eine Reorganisation im Vertrieb führen

Manche Übergänge betreffen die Struktur: Neuzuschnitt der Gebiete, Zusammenlegung zweier Teams, Überarbeitung der Portfolios, Anpassung variabler Vergütung. Diese Themen berühren Einkommen und Status von Personen direkt. Hier hat eine Interim-Person einen Vorteil: Sie hat keine interne Vorgeschichte und ist nicht Kandidatin für die Stelle, wodurch Vorschläge weniger nach Eigeninteresse aussehen. Im Gegenzug muss sie jede Änderung erklären, berechtigte Einwände anhören und Entscheide schriftlich festhalten, damit die Logik nach ihrem Weggang nachvollziehbar bleibt.

Die Mannschaft in einer unsicheren Phase halten

Übergangsphasen verunsichern. Verkäufer fragen sich, ob ihr Gebiet wechselt, ob Ziele neu gesetzt werden und ob ihre Ansprechperson bleibt. Schweigen verstärkt diese Fragen und treibt gute Leute dazu, sich umzusehen. Die Aufgabe besteht darin zu sagen, was entschieden ist, was noch offen ist und wann eine Antwort erwartet werden kann. Eine benannte Unsicherheit trägt weiter als eine versprochene Stabilität, die niemand kontrolliert. Diese über Wochen durchgehaltene Offenheit begrenzt häufig die Abgänge während eines Interims.

Austrittskriterien, Meilensteine und Dauer

Ein befristetes Mandat muss sein eigenes Ende enthalten. Die Austrittskriterien werden am Anfang schriftlich festgelegt: Nachfolge rekrutiert und eingearbeitet, neue Organisation umgesetzt, Vertriebsplan verabschiedet, Portfolio dokumentiert, Führungsroutinen an eine interne Person übergeben. Dazu kommt eine indikative Dauer mit Zwischenmeilensteinen, die eine bewusste Verlängerung oder Verkürzung erlauben. Ohne diese Kriterien gleitet das Interim unbemerkt in eine dauerhafte, aber nicht eingestandene Situation, in der niemand mehr weiss, ob die Funktion vorläufig oder definitiv besetzt ist.

Risiken eines unklaren Interims und der Rahmen von Swiss Sales Partners

Ein unklar definiertes Interim erzeugt drei bekannte Effekte: aufgeschobene Entscheide, weil sich niemand legitimiert fühlt; Wissen, das mit dem Abgang verschwindet; und ein Team, das sich an eine Arbeitsweise gewöhnt hat, die abrupt endet. Das Mandat von Swiss Sales Partners legt deshalb Umfang, Delegationen, Ergebnisse und Übergabe fest. Die Arbeitsweise stützt sich auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in B2B-Vertrieb, Aussendienst, kommerzieller Führung und Vertriebsmanagement, mit breiter Feld- und Führungserfahrung im Umfeld von Hilti, Egli Fischer (efco), Berner und Bouygues.

Die letzten Wochen des Mandats

Das Ende eines Interims verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie der Beginn. In den letzten Wochen werden laufende Verhandlungen bewusst so geführt, dass die Nachfolge sie ohne Bruch weiterführen kann: Zusagen sind dokumentiert, Preisgrundlagen nachvollziehbar, Ansprechpartner beim Kunden bekannt. Parallel entstehen kurze Übergabenotizen zu jedem wichtigen Konto, zur Situation der Verkäufer und zu den Themen, die bewusst offen gelassen wurden. Wo möglich werden Schlüsselkunden gemeinsam besucht, damit der Wechsel der Ansprechperson persönlich stattfindet und nicht per Mitteilung. Ebenso wird festgehalten, welche Routinen bestehen bleiben sollen und wer sie ab dem letzten Tag verantwortet. Ein Interim, das ohne diese Vorbereitung endet, hinterlässt Aktivität ohne Gedächtnis, und ein Teil der geleisteten Arbeit verliert damit ihren Wert.

FAQ

Wie lange dauert ein Interim-Mandat typischerweise?

Das hängt vom auslösenden Ereignis ab. Eine Überbrückung bis zur Nachbesetzung dauert oft einige Monate; eine Reorganisation braucht länger, mit regelmässigen Überprüfungspunkten.

Kann die Interim-Person die Stelle übernehmen?

Das ist nicht Zweck des Mandats. Die Aufgabe ist, die Funktion zu tragen, die Nachfolge vorzubereiten und die Übergabe an die vom Unternehmen gewählte Person zu organisieren.

Welche Entscheide sollte ein Interim vermeiden?

Solche, die die Organisation langfristig ohne die künftige Leitung binden: vollständiger Strukturumbau, irreversible Vergütungsänderungen oder sehr langfristige Kundenzusagen ohne Abstimmung.

Wie wird das aufgebaute Wissen am Ende übergeben?

Durch von Anfang an geplante Dokumentation: Portfoliostand, Historie sensibler Kunden, getroffene Entscheide mit Begründung, offene Punkte, dazu eine Überlappungsphase mit der Nachfolge.

Sollen Kunden über die Übergangssituation informiert werden?

Wichtige Kunden schätzen eine klare Information zu Ansprechperson und Kontinuität der Betreuung. Die Botschaft wird vor jeder externen Kommunikation mit der Geschäftsleitung abgestimmt.

Swiss Sales Partners

Ein Interim-Mandat ist keine verkürzte Festanstellung. Es ist ein befristeter Auftrag, ausgelöst durch ein konkretes Ereignis: einen Abgang, eine Reorganisation, eine Übernahme oder eine Phase, in der die Funktion unbesetzt bleibt. Der Erfolg zeigt sich am Ende genauso wie am Anfang.